Grundlegendes Wissen über Digitalkameras Belichtung

Was ist Belichtung?Blende und VerschlusszeitBokeh und UnschärfeAufnahmemodiMessmodiBelichtungskorrektur

Was ist Belichtung?

Bei Digitalkameras bedeutet „Belichtung“ Lichteinfall auf den Bildsensor. Die einfallende Lichtmenge bestimmt die Helligkeit der Bilder, doch es können Anpassungen aus einer Kombination von „Blende“ und „Verschlusszeit“ zusammen mit der „ISO-Geschwindigkeit“ vorgenommen werden.


Blende und Verschlusszeit

Die Blende und der Verschluss sind Mechanismen zur Regulierung der Lichtmenge, die auf den Bildsensor fällt (d. h. der Belichtungsmenge).  Die Blende regelt die Menge und der Verschluss die Dauer des auf den Bildsensor einfallenden Lichts.

Blendenwert

Blendenwert

Bei der Blende bestimmt der "Blendenwert" das Verhältnis der Blendenöffnung. Dies wird auch als "Blendenzahl" bezeichnet: Je kleiner diese Zahl, desto größer ist die Blendenöffnung und desto mehr Licht fällt durch die Linse. Umgekehrt gilt, je größer die Blendenzahl, desto kleiner wird die Öffnung und desto weniger Licht gelangt durch die Linse.

Verschlusszeit

Verschlusszeit

Die Zeitdauer zwischen dem Öffnen und Schließen der Blende wird als "Verschlusszeit" bezeichnet. Je schneller die Verschlusszeit, desto kürzer bleibt die Blende geöffnet und desto weniger Licht fällt auf den Bildsensor. Umgekehrt gilt, je langsamer die Verschlusszeit, desto länger bleibt die Blende geöffnet und desto mehr Licht fällt auf den Bildsensor.


Verschlusszeit

Selbst für ein Bild mit der optimalen Helligkeit gibt es nicht nur die eine Kombination aus Blende und Verschlusszeit, die zu dieser Belichtung führt, sondern eine Vielzahl von Kombinationen können zum selben Ergebnis führen. Um eine spezifische Belichtungsmenge zu erzielen, kann entweder die Blende geöffnet und eine um einen entsprechenden Wert schnellere Verschlusszeit gewählt werden oder die Blende geschlossen und eine um einen entsprechenden Wert langsamere Verschlusszeit gewählt werden. Die Blende und Verschlusszeit stehen miteinander in Beziehung.

Sie können fließendes Wasser als Metapher für die Beziehung zwischen den verschiedenen Kombinationen aus Blende und Verschlusszeit zum Erzielen derselben Belichtung heranziehen. Wenn Sie den Wasserhahn etwas schließen (d. h. die Blende) ist die notwendige Zeitdauer (d. h. die Verschlusszeit), um eine bestimmte Wassermenge anzusammeln, länger. Wenn Sie den Wasserhahn hingegen weiter öffnen, ist die notwendige Zeitdauer zum Ansammeln der Wassermenge wesentlich kürzer.


Bokeh und Unschärfe

Die Blende und Verschlusszeit bestimmen nicht nur die Helligkeit eines Bildes, sondern auch,  ob das Bild scharf oder verschwommen wirkt oder ob Bewegungsunschärfen eingefangen werden.

Unschärfe und Schärfe

Unschärfe und Schärfe

Die Blende und Schärfentiefe sind eng miteinander verknüpft. Bei der Schärfentiefe handelt es sich um den Bereich, in dem das Motiv scharf erscheint, und bezieht sich auf einen Bereich sowohl vor als auch hinter der Fokusposition. Tendenziell ist der Bereich vor der Fokusposition eher unscharf und der Bereich hinter der Fokusposition scharf. Bei geringer Schärfentiefe erscheint das Bild oft unscharf, wohingegen bei großer Schärfentiefe sehr einfach scharfe Bilder aufgenommen werden können.

  • F2.8
  • F4
  • F5.6
  • F8
  • F11

Die Schärfentiefe ändert sich mit der Brennweite des Objektivs und der Aufnahmeentfernung. Doch durch Öffnen der Blende wird das Bild unschärfer und durch Schließen schärfer. Zudem besteht bei Digitalkameras mit großen Bildsensoren die Tendenz zu einer geringeren Schärfentiefe und bei Kameras mit kleineren Bildsensoren zu einer größeren Schärfentiefe, selbst bei identischen Blendenwerten.

Unschärfe und Verschlusszeit

Wenn Sie eine schnellere Verschlusszeit wählen, können Sie die Bewegung eines Motivs einfrieren. Wenn Sie umgekehrt eine langsamere Verschlusszeit wählen, werden sich bewegende Motive unscharf abgebildet, doch zudem erhöht sich bei solchen Aufnahmen die Gefahr von Kameraverwacklungen, wenn die Kamera dabei von Hand gehalten wird.

  • 1/1000sek
  • 1/500sek
  • 1/250sek
  • 1/125sek
  • 1/60sek

Je langsamer die Verschlusszeit, desto mehr erscheinen sich bewegende Motive verschwommen. Durch diese Art von Motivunschärfe kann ein Gefühl der Bewegung abgebildet werden. Doch nicht nur das Motiv kann unscharf werden, sondern es kann auch schneller zu Kameraverwacklungen kommen. Diese können durch Gebrauch eines Stativs verhindert und mithilfe der Bildstabilisierungsfunktion reduziert werden.


Aufnahmemodi

Digitalkameras sind mit einer "Automatischen Belichtungsfunktion" ausgestattet, welche automatisch den Belichtungswert berechnen und für Sie die Blende und Verschlusszeit kontrollieren. Die Automatikbelichtung wird mit der englischen Abkürzung "AE" bezeichnet.

Zu den Kameraaufnahmemodi gehören Optionen wie der "Automatikmodus" und das "Motivprogramm". In diesen Modi legt die Kamera nicht nur automatisch den Belichtungswert und die Verschlusszeit fest, sondern optimiert die Einstellungen für verschiedene Funktionen entsprechend der Aufnahmesituation. Andere Aufnahmemodi sind "Programmautomatik", "Blendenprioritätsmodus AE", "Verschlussprioritätsmodus AE" und "Manuelle Belichtung". Da sich diese Modi nur auf die Anpassung des Blendenwertes und der Verschlusszeit für die Belichtung beziehen, werden sie auch als "Belichtungsmodi" bezeichnet.

Programmautomatik Die Kamera legt in diesem Aufnahmemodus automatisch sowohl den Blendenwert als auch die Verschlusszeit fest, so dass für das Bild die optimale Helligkeit erzielt wird.Blendenprioritätsmodus AE In diesem Modus legt der Fotograf den Blendenwert fest und die Kamera wählt automatisch die Verschlusszeit für eine optimale Bildhelligkeit. Verschlussprioritätsmodus AE In diesem Modus legt der Fotograf die Verschlusszeit fest und die Kamera wählt automatisch die Blende für eine optimale Bildhelligkeit. Manuelle Belichtung In diesem Modus wählt der Fotograf sowohl den Blendenwert als auch die Verschlusszeit.

Messmodi

Bei Digitalkameras wird die Helligkeit im Bildausschnitt mithilfe der Bildsensoren gemessen und entsprechend dieser Ergebnisse der Belichtungswert ermittelt. Bei den meisten Modellen stehen drei Messmodi zur Auswahl: "Multi-Belichtungsmessung", "Mittenbetonte Belichtungsmessung" und "Spot-Belichtungsmessung".
Diese Modi unterscheiden sich insofern, dass sie verschiedene Bereiche im Bildausschnitt zur Messung bei der Berechnung des Belichtungswertes heranziehen.
Multi-Belichtungsmessung Der Bildausschnitt wird in mehrere Bereiche unterteilt und alle in diesen Bereichen ermittelten individuellen Daten werden zur Berechnung des optimalen Belichtungswertes herangezogen. Dieser Modus erleichtert das Aufnehmen von Bildern mit optimaler Helligkeit unter vielfältigen Bedingungen. Mittenbetonte Belichtungsmessung Hiermit wird der Durchschnittswert für das gesamte Bild ermittelt, wobei der Mitte mehr Gewicht zufällt als den Randbereichen. Dieser Modus erleichtert ausgeglichene Ergebnisse bei der Verwendung von Funktionen wie der AE-Sperre und Belichtungskorrektur.  Spot-Belichtungsmessung Der Belichtungswert wird durch das Messen eines sehr kleinen Bereichs in der Mitte des Bildausschnitts ermittelt. Dieser Modus erleichtert Bildaufnahmen mit der richtigen Helligkeit bei Motiven mit Gegenlicht oder sehr starken Kontrastunterschieden.

Belichtungskorrektur

Bei der "Belichtungskorrektur" nimmt der Fotograf mit Absicht Feinanpassungen der Helligkeit, anhand des von der Kamera mit der automatischen Belichtungsfunktion (AE) berechneten Belichtungswertes, vor. Der "Belichtungswert" wird als Einheit für die Stärke der Belichtungskorrektur verwendet und mit der englischen Abkürzung EV bezeichnet.
Der von der Kamera berechnete Belichtungswert wird als "Standardbelichtung" bezeichnet und der vom Fotograf für eine optimale Helligkeit angepasste Wert als "korrekte Belichtung". In manchen Fällen kann mit der Standardbelichtung eine korrekte Belichtung erzielt werden, doch in Anderen kann eine korrekte Belichtung nur durch Anpassen der Helligkeit erreicht werden. In solchen Fällen muss eine Belichtungskorrektur vorgenommen werden.

Belichtungskorrektur +1.0 +0.7 +0.3 +-0 -0.3 -0.7 -1.0

Bei diesem Motiv wäre +0,7 genau richtig, doch einige Personen können möglicherweise ein helleres Ergebnis mit +1,0 bevorzugen und andere ein Dunkleres mit +0,3. Personen beurteilen die Helligkeit von Bildern auf unterschiedliche Weise.
Je nach eingestelltem Belichtungsmodus ändert die Kamera den Belichtungswert und die Verschlusszeit automatisch, um den Belichtungswert anzupassen. Die Belichtungskorrektur unterscheidet sich je nach verwendeter Kamera. Es gibt zudem die Funktion "Automatische Belichtungsreihe", bei der automatisch drei Aufnahmen mit unterschiedlichen Helligkeitsstufen nacheinander aufgenommen werden.
Mit Digitalkameras aufgenommene Bilder können am Computer bearbeitet werden, doch dies kann in einigen Fällen zu einer Verschlechterung der Bildqualität führen. Darüber hinaus gibt es Fälle, bei denen offensichtlich zu helle oder dunkle Bilder nicht angepasst werden können. Deshalb ist es am geeignetesten, schon während des Aufnehmens die korrekte Belichtungskorrektur zu verwenden, um die besten Bilder zu erzielen.


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